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Belfast

Die Stadt Belfast ist Hauptstadt des mit Großbritannien vereinigten nördlichen Teils der irischen Insel. Der Wunsch nach Wiedervereinigung mit der Republik Irland des katholischen Drittels der nordirischen Bevölkerung führte immer wieder zu oft gewalttätigen Unruhen. Erst das am 10. April 1998 unterzeichnete Karfreitagsabkommen zwischen den verfeindeten Parteien, der Regierung der Republik Irlands und des Vereinten Königreichs brachte eine erste deutliche Abkehr dieser Situation und eine wichtige Brücke über die tief verwurzelte Spaltung, die Belfast und sein Hinterland bis dahin dominierte.

Neuorganisation der Stadt

Seit Anfang der 1960er Jahre gab es jedoch eine Reihe miteinander verbundener Ereignisse und Entwicklungen, die zu wichtigen Veränderungen führten. Zunächst erfuhr Belfast einen raschen Rückgang der traditionellen Industrien, die durch neue
Industrien an anderer Stelle ersetzt wurden. Um für diese Platz zu schaffen, wurde die Bevölkerung dezentralisiert. Die Zerstreuung und mangelnde Vernetzung der Wohngebiete der konfessionellen Gruppen sowie die Zusammenlegung der Arbeitsplätze aufgrund der Umsetzung der Gleichstellungsgesetzgebung, die die verfeindeten Gruppen infrastrukturell ständig miteinander konfrontierte, verschärfte die Situation. Aufgrund der Eskalation der Unruhen in den späten 1960er Jahren konzentrierten sich die Katholiken noch mehr in den ohnehin überfüllten Enklaven der Stadt, während sich die Protestanten dagegen stärker in den neuen Vorstädten und den durch wirtschaftliches Wachstum gekennzeichneten Zentren ansiedelten. Die Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit, von der besonders die Katholiken betroffen waren, führten schließlich immer häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Morgane Alonzo

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