Einige der Sonnentänzer durchstechen sich die Haut an Brust oder Rücken und führen mit Schnüren verbundene Holzpflöcke hindurch. Die Schnüre werden an einen Baum gebunden, um den die Tänzer vier Tage lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ohne Schatten, Nahrung und Wasser tanzen. Dies findet in einzelnen Runden mit Pausen statt. Schließlich lassen sie sich mit dem ganzen Gewicht gegen die Seile hängen, bis die Pflöcke aus der Haut reißen. Aufgrund unterschiedlicher Visionen der Tänzer gibt es auch andere Arten zu „brechen“. So werden auf verschiedenen Sonnentänzen die Pflöcke durch Pferde herausgezogen, der Tänzer zieht Büffelschädel hinter sich her bis die Haut reißt, oder er wird für eine bestimmte Zeit am Baum aufgehängt.[1] Das Durchstechen der Haut an Brust oder Rücken wird „Piercing“ genannt und wird nicht bei allen Indianerstämmen durchgeführt. Ziel dieses Trancetanzes ist, durch die Torturen einen „todesähnlichen“ Zustand zu erreichen. Während dieses anderen Bewusstseinszustands können die Tänzer Visionen bekommen, die Antworten auf wichtige Lebensfragen beinhalten oder auch neue Fragen aufwerfen können.

Während des Sonnentanzes werden Heilungszeremonien durchgeführt, bei der auch die Zuschauer die Möglichkeit haben, um Heilung zu bitten. Es wurde schon von recht ungewöhnlichen Heilungserfolgen berichtet.

Durch Teilnahme an einem Sonnentanz geht der Tänzer das Versprechen ein, mindestens vier Sonnentänze im Leben zu absolvieren.

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